Bernina-Pass

Schweiz Bernina Pass
Die Tour zum Bernina-Pass ist ohne Zweifel eine der schönsten Touren in den Alpen. Bei gutem Wetter (mir hat es leider die Fahrt total verregnet) wird es ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Die Steigungen halten sich mit 10% in Grenzen, sind allerdings langgezogen und somit kraftraubend. Die Ausblicke auf die höchsten Berge der Ostalpen entschädigen jedoch für die Anstrengungen. Da man sich in einer etwas höheren Umgebung befindet (Pontresina liegt auf 1800 m), ist es ratsam, zur Akklimatisierung einen Tag vorzuschalten. Pontresina, Nobelbergsteigerort ca. 10 km von St. Moritz entfernt, war mein Ausgangspunkt zur Tour auf den Bernina-Pass in 2330 m Höhe. Leider hatte ich kein schönes Wetter, doch auch diese Tatsache konnte die Stimmung nicht trüben. Zunächst ist die Strecke in das Berninatal noch flach. Vorbei am Morteratschtal steigt die Straße an und man hat immer bessere Ausblicke auf die Berge der Schweizer Alpen. Den meiner Meinung nach schönsten Blick hat man nach etwa 5 km von einem Parkplatz aus, nach einer Kehrengruppe (mit dem bezeichnenden Namen “Montebello”). Vom Piz Palü, den Morteratsch-Gletscher über den Biancograt bis hin zum Piz Morteratsch ist alles vertreten.
Auf der linken Seite der Straße begleiten uns die Schienen der Berninabahn, die von St. Moritz über Pontresina nach Tirano in Italien fährt. Nachdem man an den Bernina Häusern vorbei gefahren ist erreicht man zunächst die Talstation der Diavolezza Seilbahn und dann etwas später die Lagalp-Seilbahn. Nun beginnt der Schlussanstieg zur Passhöhe. Es gilt jetzt zum Teil 10%-ige Steigungen auf einer Länge von ca. 4 km zu überwinden. Wegen der Höhe von über 2000 Metern eventuell nicht ganz einfach. Für Radfahrer, die diese Höhe nicht gewohnt sind, sollte gelten, dass eine zusätzliche Rast unterwegs ratsam ist. Kurz unterhalb von Ospizio Bernina erreicht man den Lago Bianco, ein See mit milchig grünem Wasser, der von den Gletschern des Piz Cambrena gespeist wird. Danach trennen nur uns noch einige Kehren von der Raststätte auf dem Bernina Pass. Wer die eigentliche Passhöhe erreichen will, der muss noch etwa 150 m weiter fahren bis zum Schild “Bernina Pass”.
Die Rückfahrt kann wie die Auffahrt erfolgen. Bei schönem Wetter empfehle ich jedoch etwas anderes. Man sollte dann tunlichst weiterfahren in das Val Poschiavo. Die Abfahrt mit einem Gefälle bis 12% ist atemberaubend. Bitte nicht zu schnell fahren, um gefährliche Situationen zu vermeiden. Über mehrere Kehren kommt man schnell nach Poschiavo, wo sich auf der Piazza in der Dorfmitte eine Rast anbietet und auch lohnt. Weiter geht es zum Lago di Poschiavo zur Ortschaft Miralgo. Dort kann man in einer Gaststätte direkt neben dem Bahnhof auf die Berninabahn warten, die einen wieder zurück nach Pontresina bringt. Die Fahrt ist nicht ganz billig, aber ein unvergessliches Erlebnis. Man sollte sich zuvor auch nach der Möglichkeit des Fahrrad-Transports erkundigen, denn nicht jeder Zug nimmt die Fahrräder mit.
Strecke: Pontresina – Morteratsch – Bernina Häuser – Diavolezza und Lagalp Seilbahn – Ospizio Bernina (15 km