Kurzfassung Geschichte Erkersreuth

Der Ortsname Erkersreuth scheint deutschen Ursprungs zu sein. Obwohl Oberfranken viel von Slawen besiedelt war, trifft dies für Erkersreuth nicht zu. In den ersten Urkunden erscheint Erkersreuth noch als Erkengersreuth oder Erknersreuth. Erker, Erkenger, Erkinger oder auch Erchenger waren damals häufig vorkommende altdeutsche Familiennamen. Der Name Erkersreuth bedeutet daher aller Wahrscheinlichkeit nach die "Rodung des Erkenger (oder Erkner oder Erkinger)". Bereits 1252 wird ein Edler von Raithenbach aus Erkersreuth urkundlich genannt. Das Geschlecht der Raithenbacher gehörte damals zu den einflussreichsten Familien aus dem Egerland. Die früheste Nennung des Ortes Erkersreuth findet man in einer Einigung aus dem Jahre 1342 über den Besitz Schönberg aus der Umgebung von Asch, nach der die Schwäger Albrecht von Schönberg und Hans von Uttenhofen die Zehntlehen zu Erkersreuth erhielten.

1378 stiftete Eberhard Forster in Selb die Frühmesse und widmete dazu seine Reichslehenhöfe zu Erkersreuth. 1392 und 1401 erscheint Erkersreuth im Egerer Klauensteuerbuch mit der Bemerkung: "Bleiben des Burggrafen von Nürnberg Leute alle ihre Klauensteuer schuldig". 1414 kam es dann zu einem Vertrag zwischen den Burggrafen und der Stadt Eger, in dessen Anhang vermerkt ist: "Erkersreuth mit einem Rittersitz und das ganze Dorf". Wenige Jahre später, 1416 und 1417 war Nickel Raytenbach zu Erkersreuth Beisitzer am Landgericht zu Eger. Diesem Egerländer Geschlecht mit der Stammburg Graslitz mag man das Erkersreuther Reichslehen überlassen gehabt haben. 1448 besaßen die Raithenbacher zu Erkersreuth zehn Güter und hatten ihr eigenes Gericht über ihre Untertanen. Neben den Raithenbachischen Höfen gab es noch einen ganzen und einen halben Hof, die dem Frühmesser zu Selb zinsten und dorthin auch ins Gericht gehörten.